Seefahrtschule

Fischfang, Seeschiffahrt und maritime Ausbildung haben in Wustrow eine lange Tradition. Gleich am Ortseingang, auf dem Wustrower Stegberge, steht das Gebäude der bekannten Seefahrtschule, die zuletzt zur Hochschule für Seefahrt Warnemünde-Wustrow gehörte. Zwischen 1949 und 1990 bildete sie rund 8000 Studenten aus: Kapitäne, nautische Offiziere und Techniker.

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Bis in das 19. Jahrhundert hinein, war aber die Qualifizierung von Steuerleuten noch ganz privat. Schon vor 250 Jahren vermittelte der Lehrer Cyrus aus Althagen die nötigen Kenntnisse zum Führen eines Segelschiffs, dazu nautische Rechenkunst und Geographie.

In Wustrow hat der Steuermann Nicolaus Permien ab 1813 Winterkurse in der heutigen Norderstraße, Ecke Strandstraße abgehalten, um 20 bis 30 junge Leute auf das Steuermannsexamen vorzubereiten.

Am 10. November 1846 eröffnete Amtsmann Koppe die "Großherzogliche Navigationsschule zu Wustrow“, die erste staatliche Navigationsschule in Mecklenburg, mit zwei Hauptklassen und einer Vorbereitungsschule. 1916 wurden die deutschen Navigationsschulen in Seefahrtschulen umbenannt. Infolge des Krieges endete 1944 die maritime Ausbildung. Bis dahin haben in Wustrow 2688 Steuermanns- und 1806 Kapitänsschüler ihr Examen bestanden.

Am 6. Mai 1949 konnte die Seefahrtschule Wustrow wieder eröffnet werden. Eine große Ausbauphase begann. Neue Lehrräume, Trainingsschiffe, Radarsimulations- und Forschungsmöglichkeiten entstanden. Von 1949 bis 1969 absolvierten 3930 künftige Schiffsoffiziere für Nautik, Betriebstechnik und Seefunk die Schule.

Am 1. September 1969 gründete die DDR-Regierung mit der „Ingenieurschule für Seefahrt Warnemünde-Wustrow“ die erste universitäre Hochschule für zivile Schiffsoffiziere und Kapitäne im gesamten deutschsprachigen Raum. Die Seefahrtschule erreicht eine weltweit anerkannte Qualität in Lehre und Forschung: Von 1969 bis 1989 legten 4890 Fach- bzw. Hochschulstudenten ihre Prüfung mit Erfolg ab. Die zivile maritime Ausbildung in Wustrow endete mit dem Sommersemester 1992.

Die Auswirkungen des studentischen Lebens allerdings, das den Ort nachhaltig prägte, kann man bis heute spüren. Nicht nur, was die Infrastruktur betrifft. Die Seefahrtschule hat ostdeutschlandweit fähige junge Studenten aquiriert – und nicht selten sind sie geblieben: als Kapitäne, Lotsen, Familienväter, Unternehmensgründer und aktive Bürger des Ortes.

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